Der Grund zu kommen

Wir waren im Frühjahr 2012 auf der Suche nach geeigneten Räumen um ein Café zu eröffnen.  Als uns hierbei die Räume des ehemaligen Café Grah angeboten wurden, waren diese für die eigentliche Idee doch etwas zu groß.  Erinnerungen an unsere eigene Kindheit in Lennep aus der das Café nicht wegzudenken war, führten dann doch dazu dass wir uns ein Konzept überlegten, wie auch die größeren Räumlichkeiten zu nutzen wären. Es war einfach zu Schade die schönen alten Räume nicht zu nutzen und weiter vor der Öffentlichkeit zu verschließen. Leider hatte sich sechs Jahre lang kein Betreiber finden lassen, der eine Idee hatte mit der man die Räume wieder zugänglich machen konnte.  Der desolate Zustand der Räume war natürlich eine einleuchtende Erklärung für den Leerstand. Auch die Wohnungsmieter über dem Café würden sich über eine Wiederbelebung freuen sagte uns der Vermieter. So wagten wir es denn und nach monatelangen Bauarbeiten hatten wir es schließlich geschafft die Räume in den schönen Zustand zu versetzen den man bei uns bis zum Schluss sehen konnte. Viel Detailarbeit lag darin die schönen Holzoberflächen der erhaltenen Schiebetür und der Rahmen wieder aufzuarbeiten und deren schöne Maserung herauszustellen. So konnte schließlich der Charakter des alten Cafés erhalten und dennoch ein moderner neuer Raum geschaffen werden.

Der Grund zu gehen

Der Mietvertrag hatte zunächst eine Laufzeit von fünf Jahren. Wir haben uns aber schließlich entschlossen den Vertrag zum Ende dieser Zeit auslaufen zu lassen.

Ausschlaggebend für diese Entscheidung waren im Wesentlichen zwei Gründe:

  1. Wir haben das Café als Nebenbeschäftigung betrieben.  In den letzten Monaten allerdings war ein Großteil unserer Zeit, die wir gerne mit der Weiterentwicklung des Angebots verbracht hätten, für unnötige Diskussionen und sogar Gerichtsstreitigkeiten mit dem Vermieter verbraucht worden.  Dieser ist vielen seiner Pflichten nicht nachgekommen und hatte beispielsweise Vorauszahlungen nicht pflichtgemäß mit den effektiven Kosten abgerechnet sondern über Jahre hinweg Rückerstattungen unrechtmäßig einbehalten.
  2. Die Idee mit GrahKultur einen weiteren Kulturplatz an historischer Stelle in Lennep zu etablieren ließ sich nicht umsetzen, da die Mieter über dem Café pünktlich um 22 Uhr das Telefon klingeln ließen und Ruhe verlangten.  So blieben die Mixtape Sessions und auch die Tanzabende wie z.B. die Kubanische Nacht mit Kai Heumann eine Seltenheit.  Eine Tanz- oder Musikveranstaltung um 22 Uhr zu beenden ist ja unrealistisch.

Daher war es für uns nur konsequent den Schritt zu gehen und ohne großes Aufsehen den Mietvertrag nicht mehr zu verlängern. Auch wenn wir es bedauern unsere lieb gewonnenen Gäste nicht mehr in diesem schönen Ambiente bewirten zu können.

Das Café selbst war immer gut besucht. Wir haben sehr viel Zuspruch und Lob der Lenneper und auch der vielen auswärtigen Besucher und Gäste erhalten. Unser Konzept die alten Räume in ihrer ursprünglichen Form zu erhalten und der Geschichte als alteingesessenes Café so Rechnung zu tragen wurde sehr gut angenommen. Wir konnten in den letzten Jahren vielen Menschen die eine persönliche Verbindung zu dem alten Café hatten, die Möglichkeit geben, sich wieder in diesen Räumen aufzuhalten und Erinnerungen an alte Zeiten aufzufrischen.  Von goldenen Hochzeiten und Abiturjubiläen bis zu Traueressen waren viele Gesellschaften zu Gast bei uns, denen auch der Raum als solcher eine besondere Bedeutung hatte.

Wir bedauern das nun die Zeit des „Cafe Grah“ zu Ende geht und somit ein weiteres Stück lebendiger Lenneper Geschichte aus der Altstadt verschwindet.

Alles in allem hat uns das Café viel Spaß gemacht und vielleicht werden wir bald an anderer Stelle ein neues RomAnnettes eröffnen.

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